• 100% hand made in Germany
  • Gern auch nach Kundenwunsch
  • 100% hand made in Germany
  • Gern auch nach Kundenwunsch

Informatives

Vor der Bestellung im Shop oder von persönlich angefertigten Messern empfehle ich Dir, dich auf dieser Seite über die Möglichkeiten bezüglich der Materialauswahl und Kombinationen zu informieren. Sollten dennoch Fragen ungeklärt bleiben, wende Dich gern persönlich an mich.

Rostfrei oder nicht?

Gleich vorweg: Rostfreie Messer biete ich aktuell nicht an. Der Aufwand, diese mit in das Programm aufzunehmen ist schlicht zu groß, da ich hier alle Arbeitsmittel getrennt nach rostfreiem und normalem Stahl (auch "Schwarzstahl" genannt) vorhalten müsste. Andernfalls lässt sich kein rostfreies Endprodukt garantieren. Das kann ich aktuell leider nicht darstellen. Bleibt auch die Frage, warum es denn unbedingt ein rostfreies Messer sein sollte. Nach meiner persönlichen Meinung gibt es viele schwarze Stähle, die sich prima für ein Messer eignen. Einen solchen Stahl technologisch rostfrei zu bekommen, ist aufwendig, da sich durch das Zulegieren von Chrom auch die Eigenschaften des Stahls ändern, welche danach wieder mit Legierungselementen angepasst werden müssen. Und das alles nur, damit das Messer nicht rostet. Das ist in meinen Augen stahltechnisch nur ein Kompromiss. Und mal ehrlich, am Ende lässt Du dir von mir ein Messer von Hand fertigen, in dem am Ende viel Zeit, Wissen, Handarbeit und Herzblut stecken, nur um es am Ende zu vernachlässigen? Doch nicht wirklich oder? Messer aus schwarzem Stahl stehen denen aus rostfreiem in nichts nach. Im Gegenteil! Richtig gepflegt rostet auch hier nichts, und die Patina, die sich mit der Zeit bildet, lässt das Messer attraktiv altern. So kann man auch an nicht-rostfreien Messer sehr lang Freude haben.

Die Stahlauswahl

In diesem Abschnitt informiere ich über die Möglichkeiten hinsichtlich des Materials, aus dem die Klinge oder die Stopfer selbst bestehen können. Jeder Stahl hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Je nach Verwendung, Einsatzgebiet und persönlichen Ansprüchen an die Klinge kommen diese mehr oder minder zum Tragen. Bei den Stopfern handelt es sich bei der Stahlauswahl eher um einen ästhetischen Punkt.

Aktuell kann ich für Dein individuelles Messer folgende Stähle anbieten:

  • 90MnCrV8
  • 100Cr6
  • Seildamast
  • Damast aus reinen Kohlenstoffstählen
  • Go-Mai aus 90MnCrV8 mit einer dünnen Zwischenlage aus Geschützrohr vom Leopard 2 und einer Hautlage aus Baustahl

Monostahl, nicht rostfrei

Die häufigste und beliebteste Stahlvariante ist der nicht-rostfreie Monostahl. Die Klinge besteht dabei aus einer einzigen Stahlsorte. Diese Variante ist klassisch westlich, hierbei wird die Klinge auf nahezu Endform geschmiedet und geschliffen und gehärtet. Anschließend erhält sie den Endschliff. Vorteil ist hier eindeutig, dass Stähle verwendet werden können, die für exakt diesen Einsatzbereich hergestellt werden. Die Wärmebehandlung und Vergütung kann nach Werkstoffdatenblatt erfolgen. Auch lassen sich diese Stähle leicht nachschärfen. Nachteilig ist natürlich stets die mangelnde Rostbeständigkeit.

Üblicherweise verwende ich für nicht-rostfreie Monostahlklingen 100Cr6/1.3505. Der Stahl ist durch den Chromanteil robust, gleichzeitig sorgt der Kohlenstoffanteil für ein ausreichend feines Gefüge und damit für eine feine Schneide. Alternativ kann hierfür auch 90MnCrV8/1.2842 verwendet werden. Dieser Stahl ist in der Anschaffung etwas kostenintensiver. Er ist auf Grund seiner Zusammensetzung aber ein ausgezeichneter Messerstahl. Für Axtschneiden oder Hack- und Haumesser kann auch ein 50CrV4/1.8159 zum Einsatz kommen. Hier steht die Flexibilität eher im Vordergrund als die Endhärte.

Nicht-rostfreie Stahlkombinationen

Das Verfahren, verschiedene Stahlsorten zu kombinieren, ist keine Erfindung der Neuzeit. Lange Zeit wurde Stahl mit Verfahren gewonnen, bei denen das Ergebnis ein Eisen mit sehr geringem Kohlenstoffgehalt war. Kohlenstoff ist für die Härte des Stahls maßgeblich und musste somit aufwendig in den Stahl gebracht werden. Der härtbare Stahl war somit deutlich teurer. Bei der Herstellung eines Messers wurde also anstatt einer teuren Stahlsorte für das ganze Messer nur härtbarer Stahl dort verwendet, wo er hingehörte, an der Schneide. Auch Äxte und Beile bestanden zu einem großen Teil nur aus weichem Eisen, nur an der Schneide wurde Stahl verwendet.

Bezüglich des Aufbaus der Klinge gibt es über die Jahrhunderte und Länder hinweg unterschiedliche Konzepte zum Aufbau der Klinge. So konnte der Schneidenstahl in eine "Tasche" aus Eisen eingeschweißt werden, beim japanischen San Mai (jap. für "dreilagig") wird über der Messerstahl lagenartig aufgebaut. Neben der Ersparnis in der Stahlverwendung haben diese Varianten den Vorteil, das die äußeren Lagen, die sog. Hautlagen, weich bleiben und dem Messer einer Flexibilität geben. Außerdem kann hier die harte Schneidenlage im Extremfall auch reißen, ohne dass das Messer seine Verwendbarkeit stark einbüßt.

Damast, nicht rostfrei

Kein Thema wird so stark diskutiert wie Damast und seine Eigenschaften. Zunächst muss man klarstellen: Echter Damast hat seinen Namen von der syrischen Stadt Damaskus. Dort, im Orient, hatte man vor 1000 Jahren bereits metallurgische Kenntnisse, die es erlaubten, einen Stahl im geschlossenen Tiegel zu schmelzen, der nach dem Schmieden und Anätzen selbständig ein Muster erzeugte. Wie die Altvorderen zu diesem Wissen kamen und wie sie den Damast, auch Tiegelstahl genannt, herstellten, kann nur noch experimentell versucht und vermutet werden. Das Wissen ging indes verloren. Das Muster, welches sich auf dem Schmiedestück zeigte, entstand durch Legierungselemente, die beim Abkühlen Kristalle ausschieden und dadurch unterschiedliche Konzentrationen im Stück erzeugten. Diese Bereiche unterschiedlicher Konzentration an Legierungselementen reagierten dann unterschiedlich auf das Ätzbad, was das Muster erzeugte. Ob diese Waffen jedoch jemals genutzt wurden, oder nur als Prunkwaffen dienten, ist umstritten.

Heute versucht man diese unterschiedlichen Konzentrationen an Legierungselementen im Stahl durch das Feuerverschweißen von unterschiedlichen Stahlsorten zu imitieren. Dazu werden die Stahlsorten zu einem Paket gestapelt, verschweißt und anschließend je nach gewünschtem Muster bearbeitet. Im englischsprachigen Raum spricht man daher auch oft vom pattern welded steel, also mustergeschweißtem Stahl. Theoretisch reicht es für die Erzeugung eines Musters, Kohlenstoffstähle mit unterschiedlichem Kohlenstoffgehalt zu verwenden. Das Muster ist subtiler, was aber in meinen Augen einen nicht unerheblichen Reiz hat. Zudem nehmen die unterschiedlichen Kohlenstoffstähle beim Härten eine unterschiedliche Härte an, was der Flexibilität des Messer zuträglich ist. Wer sich hier tiefer belesen möchte, möge sich nach wurmbunten Schwertern erkundigen.

Um das Muster am fertigen Stück noch sehr viel deutlicher zur Geltung zu bringen, kann man heutzutage aus einem reichen Angebot von unterschiedlich legierten Stählen schöpfen. Durch Legierungselemente wie Mangan, Chrom oder Nickel verstärkt sich der Kontrast. Inwiefern es sinnig ist, zwei zu kombinieren, die für sich für einen komplett unterschiedlichen Einsatzzweck gedacht sind, möge jeder für sich entscheiden.

Seildamast

Eine kleine Besonderheit stellt der Seildamast dar. Ich verwende dazu das Förderseil des ansässigen Bergwerkes. Beim Verschweißen entsteht ein Muster, das einem Damast sehr ähnlich ist. Für mich besonders faszinierend ist, dass das Stahlseil vor der Verwendung in Messern oder Stopfern ungefähr 1 Mio. Tonnen Salz nach über Tage gefördert hat.

Griffmaterial

Nachdem nun der Stahl für die Klinge gewählt ist, stellt sich die Frage nach dem Griffmaterial. Hier gibt es auf dem Markt eine fast unendlich große Auswahl an Materialien wie bspw. Micarta, G-10, Kirinite, Juma, Acryl und viele mehr. Nichtsdestotrotz bleibt für mich Holz die Wahl bei Messergriffen. Es ist ein Naturprodukt und gibt der Hand bei der Verwendung ein angenehmes Gefühl. Bei der richtigen Pflege dient ein solcher Griff dem Nutzer viele Jahre gut. Nun gibt es Hölzer aus aller Herren Länder zu kaufen. Sollten hier spezielle Vorlieben vorhanden sein, sehe ich gern, was sich machen lässt. Trotzdem bin ich letzten Endes der Meinung, dass die Vielzahl der verfügbaren einheimischen Hölzer für jeden Nutzer etwas bietet. Zudem sind diese Hölzer leicht zu beziehen und haben keine Weltreise hinter sich bevor sie verwendet werden. Auch ist hier deutlich leichter nachzuvollziehen, welchen Ursprung die Hölzer haben, was insbesondere bei den Hölzern aus den Tropen nicht immer gegeben ist. Ich biete die standardmäßig im Shop käuflichen Messer daher immer mit einheimischen Hölzern an. Für Alternativen nimm bitte gern Kontakt zu mir auf.

Folgende Griffmaterialien sind für Dein individuelles Messer auf Lager:

  • Kirsche
  • Apfel
  • Birne
  • Nuss
  • gestockte Buche
  • Ahorn
  • Essigbaum
  • Ebenholz

Für Akzente stehen in Kleinstmengen zur Verfügung:

  • Vulkanfiber in weiß, schwarz, rot und gelb
  • grünes und weißes Acryl

Griffbefestigung

Auch bei der Befestigung des Griffes gibt verschiedene Möglichkeiten. Moderne Messer kommen mit einem durchgängigen Griff daher, dem so genannten full tang. Die Griffschalen werden hier seitlich am Messer befestigt, im Griff ist das Material der Klinge sichtbar. Da in früheren Zeiten nicht so viel Material verfügbar war, wurde damals häufig ein Steckerl verwendet. Der Griff ist hierbei vollständig aus Holz, für den Steckerl wird ein Hohlraum im Holz geschaffen. Hierfür gibt es verschiedene Ansätze. Manche Messerschmiede bohren hierfür Löcher in das Holz, andere wiederum brennen mit heißen Formdornen das Loch in das Griffstück. Anschließend werden die Klingen eingeklebt.

Ich persönlich habe mich mit der klassisch japanischen Variante angefreundet. Hierfür wird das Griffstück halbiert und der Hohlraum für den Erl mit einem Beitel ausgearbeitet. Anschließend werden die Griffhälften wieder verklebt und die Klinge wird eingeklebt. Alternativ kann der Erl auch mittels Pin befestigt werden, dadurch ergibt sich später die Möglichkeit, den Griff zu tauschen, sollte dies notwendig sein.